Prag: Austausch, Erinnerung und gute Nachbarschaft
Eine Reise nach Prag mit vielen politischen und persönlichen Begegnungen: Im Mittelpunkt standen die Beziehungen zwischen Bayern und Tschechien, die europäische Zusammenarbeit und der Austausch über aktuelle politische Herausforderungen.
Den Auftakt bildete die feierliche Buchpremiere der tschechischen Ausgabe von „Gebrauchsanweisung für Bier“ von Jaroslav Rudiš in der Repräsentanz des Freistaats Bayern in der Tschechischen Republik. Der Schriftsteller und bekennende Bierliebhaber verbindet in seinem Werk auf humorvolle Weise tschechische und deutsche Perspektiven – ein passender Beginn für einen Besuch, bei dem die deutsch-tschechische Freundschaft im Mittelpunkt stand.
Am zweiten Tag folgte ein Gespräch bei der Heinrich-Böll-Stiftung in Prag mit Kateřina Boťová und Jana Ponocná. Diskutiert wurden die politische Situation in Tschechien und Deutschland, Erinnerungskultur, Migrationspolitik und demografische Entwicklungen ebenso wie Fragen der Sicherheit und der weiteren Zusammenarbeit. Gerade der direkte Austausch hilft dabei, unterschiedliche Perspektiven besser zu verstehen und gemeinsame europäische Herausforderungen gemeinsam in den Blick zu nehmen.
Zum Mittag fand das treffen mit der neuen Koordinatorin der bayerisch-tschechischen Parlamentsfreundschaft, RNDr. Vendula Svobodová, statt. Gemeinsam ging es um die weitere Entwicklung der Parlamentsfreundschaft und darum, wie die Zusammenarbeit mit Ivana Mádlová und Gerhard Hopp in den kommenden Jahren weiter intensiviert werden kann. Ziel ist es, die parlamentarischen Kontakte lebendig zu halten, neue Projekte anzustoßen und den regelmäßigen Austausch über die Grenze hinweg weiter auszubauen.
Den Abschluss bildete ein Besuch bei der Landesversammlung der deutschen Vereine in der Tschechischen Republik. Im Gespräch mit dem früheren Präsidenten Martin Dzingel und dem neuen Geschäftsführer Ilyas Zivana ging es auch um die Geschichte und heutige Bedeutung der deutschen Minderheit in Tschechien. Die Begegnung zeigte einmal mehr, welchen wichtigen Beitrag die deutschen Vereine zur Verständigung und zum Erhalt gemeinsamer Geschichte und Kultur leisten.
Die Gespräche in Prag haben erneut gezeigt: Gute Nachbarschaft lebt vom persönlichen Austausch. Sie wächst durch Begegnungen, gegenseitiges Verständnis und die Bereitschaft, auch über unterschiedliche Perspektiven hinweg gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Bayern und Tschechien verbindet dabei nicht nur eine gemeinsame Grenze, sondern eine gewachsene Partnerschaft, die es auch künftig mit Leben zu füllen gilt.