Deutsche und tschechische Medien zwischen Fake News und Wirklichkeit – Wie prägen Medien unser Bild vom jeweiligen Nachbarn? Mit dieser Frage beschäftigten sich Mitglieder des Sudetendeutschen Rates bei der diesjährigen Versammlung in Marienbad. Im Mittelpunkt stand der Austausch über die Rolle der deutschen und tschechischen Medien in einer Zeit, in der Desinformation, Fake News und hybride Bedrohungen zunehmend an Bedeutung gewinnen.
Tschechien und Bayern sitzen dabei gewissermaßen im selben Boot: Cyberangriffe und hybride Kriegsführung stellen beide Seiten vor wachsende Herausforderungen. Die rasante Entwicklung und zunehmende Verknüpfung mit Künstlicher Intelligenz verschärfen die Situation zusätzlich.
Unter dem Titel „Wer Europa verstehen will, muss auch den Blick der Nachbarn kennen“ diskutierte Jürgen Mistol, MdL, in einer moderierten Politikerrunde mit Helena Válková aus dem tschechischen Abgeordnetenhaus und Stephan Mayer, MdB, den beiden Vorsitzenden der deutsch-tschechischen Parlamentariergruppe. Mit dabei waren außerdem die Landtagskollegen Florian Streibl, Dr. Gerhard Hopp und Volkmar Halbleib.
Deutlich wurde dabei: Wer Europa verstehen will, muss die Perspektive des Nachbarn kennen. Das gelingt vor allem durch persönliche Begegnungen, einen kontinuierlichen grenzüberschreitenden Austausch und eine qualitative, ausgewogene Berichterstattung über das jeweils andere Land. All dies soll künftig weiter intensiviert werden – denn gegenseitiges Verständnis entsteht nicht durch Abgrenzung, sondern durch Austausch und verlässliche Information.
Jürgen Mistol, MdL: „Demokratie braucht unabhängige Medien, journalistische Vielfalt und Menschen, die Informationen kritisch einordnen können. Gerade wenn Fake News und gezielte Desinformation Grenzen überschreiten, dürfen wir nicht zulassen, dass Vorurteile über unsere jeweiligen Nachbarn an die Stelle von Begegnung und gegenseitigem Verständnis treten.“