Der Gebäudetyp-E (das E steht für einfach) in Bayern experimentiert mit Spielraum bei den Vorschriften beim Bauen und Wohnen. Für mehr bezahlbaren Wohnraum müssen wir billiger und einfacher bauen.
Zusammen mit meiner Kollegin Uschi Sowa, ihres Zeichens Architektin, und Prof. Oswin Hennig von Fakultät für Bauingenieurwesen der OTH Regensburg habe ich das Pilotprojekt zum Gebäudetyp-E in Ingolstadt unter die Lupe genommen.
Das Haus hat keinen Keller, keine Tiefgarage und keine Heizung. Trotzdem liegt die Wohntemperatur zwischen 22 und 26 Grad. Möglich machen das die Fassade aus Holz für Wärmeschutz, eine kluge Haustechnik, die selbstständig lüftet und im Notfall mit unter dem Boden verlegten Heizpapier für Wärme sorgt. Bei Brandschutz und Schallschutz sind alle Vorgaben erfüllt. Der Parkplatz für die Bewohner*innen ist lediglich geschottert und nicht vollversigelt, als Ersatz für ein Kellerabteil gibt es separate Nebengebäude. Das spart Kosten.
Das Gebäude ist ansprechend entworfen und optisch ein Highlight in dem Wohngebiet. Spielplatz und Pflanzen sorgen für Leben rund ums Haus.
Und das Wichtigste: Das Ziel wird erreicht. Die Miete in diesem Haus der sozialen Wohnraumförderung liegt bei rund 6,60 Euro pro Quadratmeter.
Insgesamt gibt es in Bayern 19 Pilotprojekte zum Gebäudetyp-E, die mit unterschiedlichen Schwerpunkten experimentieren. Das Haus in Ingolstadt ist bereits fertig und auch schon bewohnt. Die Mieter*innen sind sehr zufrieden. Denn auch ein einfacher Standard ist ein guter Standard.
Als Grüne Landtagsfraktion haben wir dieses Pilotprojekt auf den Weg gebracht. Wir denken bereits weiter, weil wir der Taktgeber in Bayern in der Wohnpolitik sind: Wir wollen, dass der Gebäudetyp-E der neue Standard bei der sozialen Wohnraumförderung in Bayern wird.
So schaffen wir mit den begrenzten Fördermitteln mehr bezahlbare Wohnungen. Das ist soziale Politik.