In der ehemaligen Druckerei Habbel werden derzeit knapp 100 Wohnungen für Studierende gebaut. Um sich vor Ort ein Bild davon zu machen und Ansätze für günstigeres, schnelleres und einfacheres Bauen und Umbauen zu diskutieren, traf Jürgen Mistol den Geschäftsführer der Harmonie Immobilien GmbH, Christian Erl, und deren Gesellschafter, Viktor Million.
Beide zeigten sich angesichts der hohen Kosten für den Wohnungsbau besorgt. Die Dauer von Baugenehmigungsverfahren verzögere Projekte und sei damit einer von vielen Kostentreibern. Überwiegend seien aber umfangreiche Vorschriften für drastische Planungs- und Umsetzungskosten verantwortlich. Die KfW-Förderung sei jedoch ein wirksames Instrument, das auch bei der Realisierung des Projekts in der alten Druckerei helfe.
Jürgen Mistol stellte klar: „Wir brauchen weniger überflüssige Vorschriften, sondern mehr Mut zum Umbau. Der Gebäudetyp-e und unsere Umbauordnung schaffen dafür bessere Voraussetzungen!“ Nur durch eine Entschlackung der Vorschriften könnten Kosten gesenkt und dadurch bezahlbarer Wohnraum geschaffen sowie der Erwerb von Wohneigentum wieder erschwinglicher werden.
Bei einer anschließenden Führung wurde klar, wie viele Vorteile das Bauen im Bestand gegenüber einem Abriss und Neubau hat: Neben den Wänden und dem Fahrstuhlschacht kann auch der Dachstuhl des Gebäudes weitergenutzt werden, sodass erhebliche Kosten für die Errichtung des Grundgerüsts gespart werden konnten. Insgesamt verdeutlicht das Projekt, dass die Nutzung des Bestands nicht nur Kosten sparen kann, sondern auch das Klima und Freiflächen schont.