26 Jahre dauerte es von der Idee bis zur Umsetzung – doch Willi Koch bewies einmal mehr außergewöhnliches Durchhaltevermögen. Der in Etsdorf beheimatete Kunstvisionär hat bereits mit Projekten wie der Asphaltkapelle oder dem Luftmuseum in Amberg ungewöhnliche Ideen Wirklichkeit werden lassen. Nun wurde am Europatag der Europa-Tempel „Glyptothek Etsdorf“ unter großer Beteiligung vieler Gäste aus Nah und Fern offiziell eingeweiht.
Auf einer Anhöhe nahe des 300-Einwohner-Dorfes entstand mit weitem Blick bis nach Tschechien und auf die Europastraße 50 ein besonderer Ort der Begegnung und Erinnerung. Der Europa-Tempel versteht sich als Symbol für Bürgersinn, 2500 Jahre Demokratie und den europäischen Gedanken.
Gerade vor dem Hintergrund der Erfahrungen des Zweiten Weltkriegs sei die europäische Idee von Frieden, Verständigung und dem Schutz von Minderheiten entstanden. Gemeinsame kulturelle und historische Wurzeln Europas sollen durch das Projekt stärker ins öffentliche Bewusstsein gerückt werden.
Das Baukunstwerk wurde von Bürgerinnen und Bürgern für Bürgerinnen und Bürger geschaffen. Die Architektur greift das Motiv einer antiken Säulenhalle auf: 47 Säuleneichen stehen stellvertretend für die 47 Länder des europäischen Kontinents. Inspiration fand das Projekt unter anderem im Aphaia-Tempel auf der griechischen Insel Ägina sowie in der Münchner Glyptothek und der dortigen Ruhmeshalle.
Auch Bayerns Finanz- und Heimatminister Albert Füracker würdigte die Bedeutung des Projekts bei der Einweihung: „Es ist das bedeutendste Tempel-Bauwerk in der Oberpfalz seit dem Bau der Walhalla nahe Regensburg.“