Wie wird die deutsch-tschechische Zusammenarbeit der Zukunft aussehen? Welche Rolle hat dabei das Grenzgebiet zwischen Bayern, Sachsen und dem Nachbarland Tschechien? Und welche Rolle hat dabei die Nachbarsprache? Zur Diskussion über unter anderen diese wichtige Fragen war das vom Auswärtigen Amt veranstaltete 4. Deutsch-Tschechisches Regionalforum in Dresden ideale Gelegenheit.
Ein Drittel der Deutschen lebt im Grenzgebiet. Die einzige anderssprachige Grenze von Bayern ist die zu Tschechien. Die Grenzregionen sind zu pflegen – davon unabhängig, wer die Regierung der Nachbarländer im Moment innehat. Sie sind die Schlüsselstellen für die europäische Integration. Die deutsch bzw. bayerisch-tschechische Grenze ist ein Beispiel für eine aktive Grenze. Es findet Austausch statt, die gegenseitige Kultur und Geschichte ist beliebt und es ist ein starker Wirtschaftsraum. Jedoch ist vieles, was stattfindet, projektbezogen. So auch die Sprache. Über Jahren genießt die nachbarsprachliche Bildung keine Sicherheit und Verstetigung, sondern findet hauptsächlich in zeitbefristeten Projekten statt. Um dieses und viele weitere Themen endlich voranzubringen braucht es eine gemeinsame politische Stimme – ein Gremium, das die Interessen der gemeinsamen Grenzregion koordiniert und so vertritt, dass sie auch in Berlin und Prag gehört werden.
Jürgen Mistol: „Ich bin überzeugt: Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit darf sich nicht nur auf gute Kontakte, regelmäßige Gesprächsrunden und einzelne Projekte beschränken. Sie braucht eine verbindliche politische Struktur, die Interessen bündelt, Prioritäten setzt und gemeinsame Anliegen mit Nachdruck auf die politische Agenda bringt.“